Geschäftsbericht 2016

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die Daimler AG hat das Geschäftsjahr 2016 in einem volatil geprägten Marktumfeld von wachsenden politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen erneut mit einem herausragenden Ergebnis abgeschlossen. Der im Zuge der Digitalisierung eingeleitete Transformationsprozess in allen Geschäftsfeldern und in der Führungskultur des Unternehmens wird vom Aufsichtsrat voll unterstützt.

Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Daimler AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Dabei hat das Gremium den Vorstand fortlaufend beraten und überwacht und bei strategisch wichtigen Fragestellungen zur Weiterentwicklung des Unternehmens begleitet. Der Aufsichtsrat hat geprüft, ob der Jahres- und Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und die weitere Finanzberichterstattung den geltenden Anforderungen entsprechen. Darüber hinaus hat er nach sorgfältiger Prüfung und Beratung zahlreiche seiner Zustimmung unterliegende Geschäftsvorfälle gebilligt. Dazu gehörten unter anderem die Finanz- und Investitionsplanung, bedeutende Eigenkapitalmaßnahmen in Konzerngesellschaften, wesentliche Einzelinvestitionen sowie Vertragsabschlüsse mit besonderer Bedeutung für das Unternehmen, die Weiterentwicklung der strategischen Programme in den einzelnen Geschäftsfeldern und verschiedene Kooperationsvorhaben weltweit.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über alle maßgeblichen wirtschaftlichen Entwicklungen des Konzerns und der Geschäftsfelder. Zudem unterrichtete er den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions-, Absatz- und Personalplanung, aktuelle Entwicklungen bei Konzerngesellschaften, die Umsatzentwicklung sowie die Lage der Gesellschaft und der Geschäftsfelder. Zudem berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat kontinuierlich – soweit angebracht auch im Wettbewerbsvergleich – über die Rentabilität des Eigenkapitals und die Liquiditätssituation des Unternehmens, die Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, die gesamtwirtschaftliche Situation und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und im Finanzdienstleistungsbereich. Weitere Themen waren die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie die weitere Umsetzung der Maßnahmen zur Sicherstellung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Mobilität. Der Aufsichtsrat hat sich im Einzelnen auch mit der Aktienkursentwicklung und deren Hintergründen sowie den erwarteten Wirkungen der strategischen Vorhaben auf die Kursentwicklung befasst.

Daimler arbeitet konsequent an der Umsetzung seiner Strategie und ist auch im Jahr 2016 auf dem eingeschlagenen Wachstumspfad weiter vorangekommen. Unsere Geschäftsfelder verfügen über äußerst attraktive und wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen. Damit war das Unternehmen im abgelaufenen Jahr auch in teilweise schwierigen Marktsituationen sehr erfolgreich. Die finanzielle Stärke und eine solide Bilanz machen es möglich, diese Wachstumsstrategie fortzusetzen und gleichzeitig eine attraktive Dividende für unsere Aktionäre auszuschütten. Die Automobilindustrie steht in den nächsten Jahren vor grundlegenden Veränderungen. Die Zukunftsthemen der Digitalisierung und Elektrifizierung sowie neue Dienstleistungen werden die Mobilität neu definieren. Diese Herausforderungen will Daimler aus einer Position der Stärke heraus mitgestalten. Dafür werden auch in den kommenden Jahren hohe Vorleistungen erbracht werden. Der Übergang vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität muss schrittweise und langfristig erfolgen. Daimler hat im Jahr 2016 mit den Vorstellungen von wichtigen Produkten und Konzeptfahrzeugen gezeigt, dass es auf beiden Gebieten hohe Kompetenz besitzt. Gleichzeitig wird auf allen Ebenen daran gearbeitet, auch die Unternehmenskultur weiterzuentwickeln und reif zu machen für die Herausforderungen der Zukunft. Der Aufsichtsrat unterstützt alle diese Schritte nachdrücklich.

Arbeitskultur und Themen der Aufsichtsratstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2016 trat der Aufsichtsrat zu acht Sitzungen zusammen und befasste sich intensiv und umfassend mit der strategischen und operativen Entwicklung der Daimler AG. Die Sitzungsteilnahme der Mitglieder lag im Geschäftsjahr 2016 auf hohem Niveau. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben im abgelaufenen Geschäftsjahr an deutlich mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen. Die Aufsichtsratsarbeit war von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. In jeder Sitzung wurde eine Executive Session anberaumt, um Themen auch in Abwesenheit des Vorstands besprechen zu können. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands nahmen zusätzlich, außerhalb der regulären Sitzungen, bilaterale Termine zum Meinungsaustausch wahr. Die Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter bereiteten zudem die Sitzungen regelmäßig in getrennten Gesprächen vor, an denen auch Mitglieder des Vorstands teilnahmen. Über die wichtigsten Indikatoren der Geschäftsentwicklung und bestehende Risiken unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat auch durch schriftliche Berichte und legte ihm die Zwischenfinanzberichte vor. Für ihre Aufgaben erforderliche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen wie zum Beispiel zu Fragen der Corporate Governance sowie zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen oder zu neuen Produkten und zukunftsweisenden Technologien nahmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenständig wahr. Neue Mitglieder des Aufsichtsrats haben bei Daimler in einem eigens dafür vorgesehenen Onboarding-Programm Gelegenheit, die Mitglieder des Vorstands und weitere Führungskräfte zu einem bilateralen Austausch über aktuelle Themen der jeweiligen Vorstandsbereiche zu treffen. Ziel des Programms ist es, neuen Mitgliedern außerhalb der regulären Sitzungen des Aufsichtsrats einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens zu verschaffen.

In der Sitzung des Aufsichtsrats Anfang Februar 2016 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2015 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2016 erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die Veröffentlichung bestehen. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2015 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 4. Februar 2016 veröffentlicht.

In der Aufsichtsratssitzung am 16. Februar 2016 entschied der Aufsichtsrat zunächst über die auf "Der Vorstand" beschriebenen Personalien des Vorstands. Anschließend behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2015 sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht, den Vergütungsbericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht und stellte somit den Jahresabschluss 2015 fest. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats, die Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2016 verabschiedet.

Ebenfalls in der Sitzung am 16. Februar 2016 informierte sich der Aufsichtsrat ausführlich über den Aufbau einer lokalen Fertigung von Mercedes-Benz Pkw in Russland und erteilte dem Vorhaben seine Zustimmung. Zudem stimmte der Aufsichtsrat einer Eigenkapitalerhöhung der Konzerngesellschaft Mercedes-Benz do Brasil Ltda. sowie einer Eigenkapitalerhöhung beim chinesischen Joint-Venture-Unternehmen Beijing Benz Automotive Co., Ltd. zum Ausbau der Motorenkapazitäten zu. Außerdem billigte der Aufsichtsrat die Abgabe eines verbindlichen Angebots durch die Toll Collect GmbH und weitere Partner an die Bundesrepublik Deutschland im Vergabeverfahren »Maut auf allen Bundesstraßen«. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Automobilindustrie und mit den strategischen Initiativen des Unternehmens bis 2020, mit denen die zunehmenden Personalbedarfe im Bereich der Digitalisierung gedeckt werden können. Abschließend befasste sich der Aufsichtsrat mit Fragen der Corporate Governance sowie mit Themen der Vorstandsvergütung. Außerdem wurden die in der Sitzung vorgestellten sonstigen Mandate und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder genehmigt.

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung am 6. April 2016 stand unter anderem die Wiederwahl von Petraea Heynike und Dr. Manfred Bischoff als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Nach dessen Wahl durch die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Dr. Manfred Bischoff anschließend erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Daimler AG. Nach den geltenden Bestimmungen ist der Aufsichtsratsvorsitzende zugleich auch Mitglied und Vorsitzender des Vermittlungsausschusses, des Präsidialausschusses und des Nominierungsausschusses.

In einer weiteren Sitzung am 22. April 2016 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem Erwerb der international tätigen und herstellerunabhängigen Flottenmanagementgesellschaft Athlon Car Lease International B.V. und erteilte dem Vorhaben seine Zustimmung. Anschließend informierte sich der Aufsichtsrat über Änderungen im Insiderrecht auf Grundlage der seit dem 3. Juli 2016 geltenden »Marktmissbrauchsverordnung« und diskutierte die konkreten Auswirkungen und Pflichten für die Mitglieder des Kontrollorgans. Außerdem erörterte der Aufsichtsrat den strategischen Hintergrund des geplanten Aufbaus eines Motoren- und Komponentenwerks für Mercedes-Benz Pkw in Polen zur Sicherstellung der mittel- und langfristig geplanten Absatzzahlen.

Am 17. Juni 2016 befasste sich der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Abschluss eines Vergleichs zur Zahlung einer Geldbuße in einem Kartellverfahren, das die Europäische Kommission gegen europäische Lkw-Hersteller einschließlich Daimler geführt hatte. Nach eingehender Diskussion der Vor- und Nachteile und unter Berücksichtigung mehrerer Rechtsgutachten stimmte der Aufsichtsrat einer vergleichsweisen Einigung zu den mit der Europäischen Kommission ausgehandelten Konditionen zu. Ferner billigte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung die Einbringung der Beteiligungen an Renault und Nissan in das deutsche Pensionsvermögen, um den Ausfinanzierungsgrad der betrieblichen Altersversorgung zu verbessern.

Auslandssitzung des Aufsichtsrats

Am 20. und 21. Juli 2016 hatte der Aufsichtsrat Gelegenheit, sich in Portland, Oregon (USA), eingehend mit der Strategie von Daimler Trucks North America (DTNA) zu befassen. Angesichts der Bedeutung des nordamerikanischen Marktes kam der Aufsichtsrat am neuen Headquarter von DTNA zu einem intensiven zweitägigen Programm zusammen, um gemeinsam mit den Mitgliedern des Vorstands sowie Beschäftigten vor Ort die aktuellen Entwicklungen und strategischen Perspektiven zu diskutieren. Schwerpunkte waren unter anderem die Entwicklung der Absatzmärkte Nordamerikas, das Produktportfolio von Daimler Trucks und der technologische Wandel, der auch bei den Nutzfahrzeugen neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

Eine weitere reguläre Sitzung des Aufsichtsrats fand ebenfalls in Portland statt. Dort entschied der Aufsichtsrat zunächst über die Bestellung von Britta Seeger zum Mitglied des Vorstands, zuständig für Mercedes-Benz Cars Vertrieb und Nachfolgerin von Ola Källenius mit Wirkung zum 1. Januar 2017. Nach Erörterung des Geschäftsverlaufs und der Ergebnisse des ersten Halbjahres informierte sich der Aufsichtsrat über den geplanten Ausbau des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz. Der Aufsichtsrat stimmte der Investition in ein neues Werk mit hochflexibler Produktion am Standort Kecskemét zu. Dort soll künftig eine hochmoderne und effiziente Produktion entstehen, in der flexibel verschiedene Fahrzeugmodelle gefertigt werden können. Zudem informierte sich der Aufsichtsrat über das Geschäftsmodell der Konzerntochtergesellschaft Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. Abschließend befasste sich der Aufsichtsrat mit den aktuellen Entwicklungen zum Thema Diesel.

Strategiesitzung des Aufsichtsrats

Während eines zweitägigen Strategie-Workshops an mehreren Standorten in der Region Stuttgart informierte sich der Aufsichtsrat im September 2016 über die massiven Veränderungen in der Automobilindustrie: vom Öl zum Strom, vom Besitzen zum Teilen, vom menschgesteuerten Fahrzeug zum autonomen Fahren. Schwerpunkt der Diskussion mit dem Vorstand war unter anderem das sich ändernde Wettbewerbsumfeld, in dem neben traditionellen automobilen Wettbewerbern neue Wettbewerber auf den Plan treten, die Mobilitätsdienstleistungen digital anbieten und damit auch das Geschäftsmodell herausfordern könnten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands haben in konstruktivem und offenem Dialog erörtert, wie sich Daimler auf diese neuen Herausforderungen einstellen wird.

Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Initiative Leadership 2020 und somit die Frage, wie das Führungsmodell und die Führungskultur im Unternehmen nachhaltig, nämlich durch die Mitarbeiter selbst, weiterentwickelt werden können. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit der Weiterentwicklung des weltumspannenden Logistiknetzwerks für die Ersatzteileversorgung und stimmte den Lagerflächenerweiterungen an europäischen Standorten zu.

Zudem erörterte der Aufsichtsrat ausführlich und unter Hinzuziehung externer Anwälte die Konsequenzen aus dem Kartellverfahren der Europäischen Kommission gegen Lkw-Hersteller. Mit der Verhängung des Bußgelds durch die Europäische Kommission konnte dieses Verfahren im Juli 2016 beendet werden. Wie Daimler haben sich auch andere Hersteller für eine umfassende Kooperation mit der Behörde entschieden; auch deren Verfahren sind mittlerweile beendet. Der Aufsichtsrat wie auch der Vorstand sind der Auffassung, dass die Zusammenarbeit mit der Behörde und die einvernehmliche Beilegung des Verfahrens im Interesse des Unternehmens lag, um einen langwierigen Rechtsstreit und eine am Ende vielleicht noch höhere Geldbuße zu vermeiden. Dessen ungeachtet hatte der Aufsichtsrat umgehend nach Bekanntwerden der Vorwürfe der EU-Kommission 2011 eine unabhängige Kanzlei beauftragt, um entsprechend seiner gesetzlichen Verantwortung zu klären, ob Schadensersatzansprüche gegen ehemalige oder gegenwärtige Vorstandsmitglieder geltend zu machen sind. Auf der Grundlage der bis dahin veranlassten, mehrfach aktualisierten Prüfungen, Untersuchungen und eingehenden, dem Gesellschaftswohl Rechnung tragenden Erörterungen im Aufsichtsrat sah dieser jeweils auf der bestehenden Erkenntnisgrundlage bisher keinen Anlass, Schadensersatzansprüche gegen ehemalige oder aktive Vorstandsmitglieder geltend zu machen.

Sitzung zur Operativen Planung 2017/2018

Am Vortag der Sitzung im Dezember 2016 beschäftigten sich die Mitglieder des Aufsichtsrats mit neuen Fahrzeugmodellen, Designstudien und zukunftsweisenden Technologien. Im Rahmen der eigentlichen Sitzung am 8. Dezember 2016 beschloss das Gremium zunächst den auf "Der Vorstand" beschriebenen Wahlvorschlag an die Hauptversammlung 2017. Im weiteren Verlauf der Sitzung behandelte und verabschiedete der Aufsichtsrat auf Basis einer umfassenden Dokumentation die Operative Planung für die Jahre 2017 und 2018. Dabei diskutierte er bestehende Chancen und Risiken sowie das Risikomanagement des Unternehmens.

Ferner befasste sich der Aufsichtsrat vor dem Hintergrund der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs eingehend mit der internationalen Produktionsstrategie für Hochvolt-Batterien und stimmte den vorgeschlagenen Standorten für die künftige Batterieproduktion zu. Anschließend beschäftigte sich das Gremium mit der Frage der Beteiligung weiterer Partner am digitalen Kartengeschäft HERE mit dem Ziel, eine unabhängige, global führende neutrale Plattform für standortbezogene Mobilitätsdienste rund um das vernetzte Fahrzeug einzunehmen. In diesem Sinne stimmte der Aufsichtsrat dem Verkauf von Anteilen an zwei weitere internationale Kooperationspartner zu. Außerdem informierte sich das Gremium erneut über den Stand der Rechtsverfahren, Untersuchungen und Behördenabstimmungen im Zusammenhang mit dem Thema Diesel. Weitere Gegenstände der Dezember-Sitzung bildeten Angelegenheiten der Corporate Governance auch in Bezug auf die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und Themen der Vorstandsvergütung. Abschließend beschäftigte sich der Aufsichtsrat vorausschauend mit Schwerpunktthemen für das Geschäftsjahr 2017.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2016 befasste sich der Aufsichtsrat kontinuierlich mit den Standards guter Corporate Governance.

Die Aufsichtsratsmitglieder der Daimler AG sind verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Daimler AG oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Gesamtgremium offenzulegen. Im Geschäftsjahr 2016 hat es keine Hinweise auf tatsächliche Interessenkonflikte gegeben. Dr. Bernd Bohr gehörte im Zeitraum vom 11. März bis zum 4. Juli 2016 dem Aufsichtsrat der Knorr Bremse AG als Vorsitzender an. Im genannten Zeitraum war der Aufsichtsrat mit keiner Angelegenheit befasst, die einen Interessenkonflikt hätte begründen können. Zur Vermeidung punktueller Interessenkonflikte haben Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016 auf eine Teilnahme an der Behandlung einzelner Tagesordnungspunkte verzichtet: Höchst vorsorglich hat Joe Kaeser im Hinblick auf sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der Siemens AG am 16. Februar 2016 von der Teilnahme an der Beratung und Beschlussfassung über die Beteiligung der Toll Collect an der Neuausschreibung der Mauterhebung auf Bundesstraßen durch die Bundesrepublik Deutschland abgesehen. Zudem haben Dr. Bernd Bohr, Dr. Jürgen Hambrecht und Dr. Bernd Pischetsrieder am 21. April 2016 nicht am gemeinsamen Vorgespräch der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter in Sachen »Status Update zum Thema Diesel« teilgenommen und am 21. Juli sowie am 8. Dezember 2016 den Sitzungssaal während der Erörterung entsprechender Tagesordnungspunkte verlassen. Im Ergebnis bestanden damit im Berichtszeitraum für mindestens die Hälfte der Anteilseignervertreter keine potenziellen Interessenkonflikte.

Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass eine effektive Zusammenarbeit im Aufsichtsrat im Sinne guter Corporate Governance zweierlei erfordert: Zum einen müssen die Mitglieder des Aufsichtsrats eine hohe fachliche Expertise aufweisen. Zum anderen muss im Gremium die Vielfalt in Bezug auf Internationalität, Geschlecht, Erfahrung und kulturellen Hintergrund der Größe und der Internationalität des Unternehmens entsprechen. Beides ist bei Daimler gegeben.

In seiner Sitzung im Dezember hat der Aufsichtsrat die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse aktualisiert. Ebenfalls im Dezember hat der Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG die Entsprechenserklärung 2016 zum Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet. Mit den dort erläuterten Ausnahmen wurde und wird allen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2016 erneut eine extern moderierte Effizienzüberprüfung durchführen lassen und erfüllt damit die Anforderung zur Durchführung einer regelmäßigen Effizienzprüfung im Sinne seiner Geschäftsordnung und des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Ergebnisse aus der Effizienzprüfung, mit denen sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 10. Februar 2017 intensiv befasste, lassen auf eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand schließen. Grundsätzlicher Handlungs- oder Veränderungsbedarf hat sich nicht gezeigt, vielmehr wurden einzelne Anregungen gegeben, die umgesetzt werden.

Gesetz über die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für paritätisch mitbestimmte Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen wie jenen der Daimler AG sieht das Aktiengesetz für Neubesetzungen eine verbindliche Frauenquote von mindestens 30 % vor. Die Quote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen. Widerspricht die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter vor der Wahl der Gesamterfüllung gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden, so ist der Mindestanteil für diese Wahl von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen.

Im Aufsichtsrat der Daimler AG sind auf Anteilseignerseite mit Sari Baldauf, Andrea Jung und Petraea Heynike zum 31.12.2016 30 % Frauen vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind es zu diesem Zeitpunkt mit Elke Tönjes-Werner und Sibylle Wankel 20 %. Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen vom 8. Dezember 2016 und vom 10. Februar 2017 mit den konkreten Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung 2017 befasst und vor diesem Hintergrund erörtert, dass die Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite den gesetzlich geforderten Frauenanteil getrennt erreichen sollen. Die Anteilseignervertreter haben insoweit in beiden Sitzungen erklärt, dass sie der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote widersprechen. Jeweils anschließend hat der Aufsichtsrat beschlossen, der Hauptversammlung 2017 die Wahl von Dr. Clemens Börsig und von Bader Mohammad Al Saad in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Die nächste Wahl von Arbeitnehmervertretern in den Aufsichtsrat wird 2018 stattfinden.

Weiterhin bestimmte der Aufsichtsrat für die Zusammensetzung des Vorstands eine Zielsetzung für den Frauenanteil von mindestens 12,5 %, die bis zum 31.12.2020 gültig sein soll.

Die Corporate Governance bei Daimler wird im Corporate Governance Bericht unter Daimler Financial Services und im Vergütungsbericht unter Gesellschaftliche Verantwortung des Geschäftsberichts ausführlich erläutert.

Arbeit in den Ausschüssen

Der Präsidialausschuss ist im vergangenen Geschäftsjahr zu sechs Sitzungen zusammengekommen. Dabei behandelte er insbesondere Corporate Governance Themen und Vergütungsfragen sowie Personalangelegenheiten des Vorstands. Wie in den Vorjahren bildeten Compliance-Ziele einen Teil der individuellen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder. Erneut wurden auch weitere nicht-finanzielle Zielvorgaben als Bemessungsgrundlage herangezogen. Für das vergangene Geschäftsjahr waren dies die Weiterentwicklung und Verstetigung des Unternehmenswerts Integrität, Diversity, der Erhalt und die Steigerung einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine hohe Produktqualität.

Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2016 zu sechs Sitzungen zusammen. Einzelheiten sind dem gesonderten Bericht dieses Ausschusses zu entnehmen.

Der Nominierungsausschuss hat im Geschäftsjahr 2016 in einer Sitzung die Empfehlungen für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2017 erarbeitet. Die Vorschläge berücksichtigen neben der für das Mandat definierten Qualifikation die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Im Berichtszeitraum bestand kein Anlass, den Vermittlungsausschuss einzuberufen.

Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand

Am 6. April 2016 wählte die Hauptversammlung Petraea Heynike und Dr. Manfred Bischoff bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2020 beschließt, als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Der Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung beruhte auf entsprechenden Empfehlungen des Nominierungsausschusses. Mit Wirkung zum 25. August 2016 wurde Sibylle Wankel gerichtlich als Vertreterin der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat bestellt, nachdem Dr. Sabine Maaßen am 30. Juni 2016 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war.

In der Aufsichtsratssitzung vom 16. Februar 2016 wurde Dr. Dieter Zetsche mit Wirkung vom 1. Januar 2017 für die Dauer von weiteren drei Jahren zum Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars bestellt. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat in dieser Sitzung, Ola Källenius ab dem 1. Januar 2017 die Verantwortung für das Ressort Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung zu übertragen. Er folgt damit auf Prof. Dr. Thomas Weber, der am 31. Dezember 2016 aus dem Vorstand der Daimler AG ausschied, dem er für 14 Jahre angehörte.

In der Aufsichtsratssitzung vom 21. Juli 2016 bestellte der Aufsichtsrat Britta Seeger mit Wirkung zum 1. Januar 2017 für die Dauer von drei Jahren zum Mitglied des Vorstands. Britta

Seeger übernahm die Verantwortung für Mercedes-Benz Cars Vertrieb von Ola Källenius. Weiterhin wurde die Bestellung von Wilfried Porth als Vorstandsmitglied für Personal und Arbeitsdirektor, IT & Mercedes-Benz Vans vom Aufsichtsrat um fünf Jahre bis 30. April 2022 verlängert.

In der Sitzung am 8. Dezember 2016 beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat auf Grundlage einer entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses den Vorschlag an die Hauptversammlung 2017, Dr. Clemens Börsig erneut in den Aufsichtsrat zu wählen.

In der Aufsichtsratssitzung am 10. Februar 2017 wurde Ola Källenius mit Wirkung vom 1. Januar 2018 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort Konzernforschung & Mercedes- Benz Cars Entwicklung , bestellt.

Im Vorfeld dieser Sitzung erklärte Dr. Wolfgang Bernhard, der bis Februar 2018 zum Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort Daimler Trucks & Buses bestellt war, für eine Verlängerung nicht zur Verfügung zu stehen. Der Aufsichtsrat bedauerte diesen Entschluss, dankte Dr. Wolfgang Bernhard für seine engagierte Tätigkeit und respektierte seine persönliche Entscheidung. Die Bestellung von Dr. Wolfgang Bernhard wurde mit Wirkung zum Ablauf des 10. Februar 2017 beendet. Bis zur Bestellung des Nachfolgers übernimmt der Vorsitzende des Vorstands Dr. Dieter Zetsche die Leitung des Geschäftsfelds.

Ebenfalls in der Sitzung am 10. Februar 2017 beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat auf Grundlage einer entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses den Vorschlag an die Hauptversammlung 2017, Bader Mohammad Al Saad in den Aufsichtsrat zu wählen. Herr Dr. Bernd Bohr hat sein Aufsichtsratsmandat im Interesse des Unternehmens mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung 2017 niedergelegt. Der Aufsichtsrat erklärte seine Absicht, Dr. Bernd Bohr in den nächsten zwei Jahren zur erneuten Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses

Der Jahresabschluss der Daimler AG sowie der für die Daimler AG und den Konzern zusammengefasste Lagebericht 2016 sind ordnungsgemäß von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Dies gilt auch für den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss 2016.

In einer Sitzung des Aufsichtsrats Anfang Februar 2017 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2016 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2017 erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die Veröffentlichung bestehen. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2016 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 2. Februar 2017 veröffentlicht.

In der Sitzung am 10. Februar 2017 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, die Erklärung zur Unternehmensführung, den Corporate Governance Bericht, den Vergütungsbericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, unter anderem der Geschäftsbericht mit dem Konzernabschluss nach IFRS, dem zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie der Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance Bericht und dem Vergütungsbericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss der Daimler AG und den Konzernabschluss jeweils einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an; er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2016 der Daimler AG festgestellt. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2017 verabschiedet.

Dank

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Daimler-Konzerns und der Unternehmensleitung herzlich für ihren engagierten Beitrag zum sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2016.

Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Thomas Weber, der als langjähriger Vorstand für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung die Daimler AG mit großer Leidenschaft geprägt und zu den heutigen Erfolgen des Unternehmens wesentlich beigetragen hat. Zum 31.12.2016 ist seine Vorstandstätigkeit turnusgemäß ausgelaufen. Ebenso danken wir Dr. Sabine Maaßen, die das Unternehmen durch ihr engagiertes Wirken in Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss eng begleitet hat und zum 30. Juni 2016 ausgeschieden ist.

Stuttgart, im Februar 2017

Der Aufsichtsrat

Dr. Manfred Bischoff
Vorsitzender

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