Geschäftsbericht 2016

Bericht des Prüfungsausschusses

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

als Vorsitzender des Prüfungsausschusses freue ich mich, Ihnen die Aufgabe und Tätigkeit dieses Gremiums im Geschäftsjahr 2016 vorzustellen.

Verantwortung

Auf der Grundlage der gesetzlichen Vorschriften, des Deutschen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse behandelt der Prüfungsausschuss insbesondere Fragen der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Darüber hinaus befasst er sich mit der Abschlussprüfung und überprüft die Qualifikation sowie die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Ferner erörtert er die Wirksamkeit und die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems sowie des Compliance Management Systems. Nach Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung beauftragt der Prüfungsausschuss den Prüfer mit der Abschluss­­prüfung und mit der prüferischen Durchsicht von Zwischenfinanzberichten, legt die Prüfungsschwerpunkte fest und trifft die Honorarvereinbarung mit dem Prüfer.

Paritätische Besetzung

Im Geschäftsjahr 2016 waren auf der Seite der Anteilseigner Dr. Clemens Börsig als Vorsitzender und Joe Kaeser im Prüfungsausschuss vertreten. Beide sind unabhängig und verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Abschlussprüfung und in der Anwendung interner Kontrollverfahren. Die Arbeitnehmer wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Michael Brecht als stellvertretender Vorsitzender und durch Dr. Sabine Maaßen repräsentiert. Dr. Sabine Maaßen legte ihr Aufsichtsratsmandat bei der Daimler AG zum 30. Juni 2016 nieder und schied somit auch aus dem Prüfungsausschuss aus. In der Sitzung vom 17. Juni 2016 wählten die Mitglieder des Aufsichtsrats Ergun Lümali zum Mitglied des Prüfungsausschusses als Vertreter der Arbeitnehmer mit Wirkung vom 1. Juli 2016.

Sitzungen und Teilnehmer

Der Prüfungsausschuss tagte sechs Mal im Geschäftsjahr 2016. An allen Sitzungen nahm der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Manfred Bischoff, als ständiger Gast teil. Weitere Teilnehmer waren der Vorstandsvorsitzende, die für Finanzen und Controlling sowie für Integrität und Recht zuständigen Vorstandsmitglieder sowie die Vertreter des Abschlussprüfers. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten waren darüber hinaus die Leiter von Fachabteilungen wie beispielsweise der Bereiche Rechnungswesen, Revision, Group Compliance und der Rechtsabteilung ver­treten.

Zusätzlich führte der Prüfungsausschussvorsitzende regelmäßig Einzelgespräche, unter anderem mit dem Abschlussprüfer, mit den für Finanzen und Controlling beziehungsweise Integrität und Recht zuständigen Vorstandsmitgliedern sowie bei Bedarf mit den Leitern der Fachabteilungen. Entsprechende Einzelgespräche wurden insbesondere zur Vorbereitung der anstehenden Sitzungen des Ausschusses geführt.

Information an den Aufsichtsrat

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses informierte den Aufsichtsrat in dessen jeweils folgender Sitzung über die Tätigkeit des Ausschusses und den Inhalt von Sitzungen und Gesprächen.

Themen im Jahr 2016

In der Sitzung am 3. Februar 2016 behandelte der Prüfungsausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2015 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwände gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kennzahlen und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 4. Februar 2016 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 16. Februar 2016 prüfte und erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem unein­geschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2015 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Dabei berichteten die Vertreter des Abschlussprüfers über die Ergebnisse der Prüfung und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss und zum Internal Control System (ICS), der Bericht zum Risikomanagementsystem für das Jahr 2015, der Geschäftsbericht für 2015 sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer erörtert. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse sowie den zusammengefassten Lagebericht zu billigen und sich auf dieser Grundlage dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 3,25 € je dividendenberechtigter Stückaktie anzuschließen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2015.

Darüber hinaus behandelte der Ausschuss in dieser Sitzung den Bericht über die im Geschäftsjahr 2015 an den Abschlussprüfer insgesamt für Prüfungsleistungen und Nichtprüfungsleistungen gezahlten Honorare. Der Prüfungsausschuss beschloss zudem die an den Aufsichtsrat beziehungsweise im weiteren Verlauf an die Hauptversammlung gerichtete Empfehlung, die KPMG als Abschlussprüfer und Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2016 zu bestellen. Dabei wurden die Erörterung der Qualität der Abschlussprüfung und die Ergebnisse der Unabhängigkeitsprüfung berücksichtigt, bei der keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder für eine Gefährdung der Unabhängigkeit festgestellt worden waren. Vorbehaltlich der Wahlentscheidung der Hauptversammlung erörterte der Ausschuss auch den Vorschlag für die mit dem Prüfer für das Geschäftsjahr 2016 zu treffende Honorarvereinbarung. Schließlich befasste sich der Prüfungsausschuss im Rahmen seiner Zuständigkeit mit dem Entwurf der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2016 und mit dem Jahresprüfplan 2016 der Internen Revision.

Im Jahresverlauf 2016 erörterte der Prüfungsausschuss in den quartalsbezogenen Sitzungen mit dem Vorstand und mit dem zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten bestellten Abschlussprüfer die Zwischenfinanzberichte vor deren Veröffentlichung. Darüber hinaus nahm der Ausschuss die Berichte der Bereiche Revision, Group Compliance und der Rechtsabteilung entgegen. In diesem Zusammenhang befasste sich der Ausschuss beispielsweise mit dem aktuellen Stand der anhängigen Rechtsverfahren. Außerdem ließ sich der Prüfungsausschuss über mögliche Regelverstöße berichten, die Mitarbeiter und Externe an das unternehmenseigene Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) meldeten.

Am 21. April 2016 billigte der Prüfungsausschuss die Honorarvereinbarung mit dem Prüfer für das Geschäftsjahr 2016, nachdem die Hauptversammlung am 6. April 2016 ihre Wahlentscheidung über die Bestellung des Abschlussprüfers und Konzernabschlussprüfers getroffen hatte.

In seiner Sitzung am 14. Juni 2016 erörterte der Prüfungsausschuss das Risikomanagementsystem und befasste sich dabei insbesondere mit dessen Änderungen und Weiterentwicklungen. Ebenfalls besprochen wurden Methoden, Prozesse und etwaige Anpassungen des internen Kontrollsystems, das neben dem rechnungslegungsbezogenen Teil auch die Funktion Interne Revision und das Compliance Management System umfasst. Weiterhin nahm der Ausschuss einen Bericht über die Nicht-Prüfungsleistungen des Abschlussprüfers entgegen. In dieser Sitzung wurden auch die Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung des Berichtszeitraums und die Genehmigungsrahmen für die Beauftragung des Abschlussprüfers mit Nicht-Prüfungsleistungen festgelegt. In diesem Zusammenhang befasste sich das Gremium ausführlich mit der EU-Abschlussprüferreform sowie deren Auswirkungen für Daimler. Außerdem diskutierte der Ausschuss die Ergebnisse der intern durchgeführten Qualitätsanalyse der Abschlussprüfung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015.

Ebenfalls in der Sitzung am 14. Juni 2016 befasste sich der Prüfungsausschuss eingehend mit Neuerungen bei Bilanzierung und Rechnungslegung, wie beispielsweise den neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 und 15, sowie weiteren prüfungsausschussrelevanten Entwicklungen, etwa im Steuerrecht. Weiterhin informierte sich das Gremium eingehend über das Group Legal System und das Group Legal Risk Reporting. Abschließend ließ sich der Ausschuss ausführlich über das Währungssicherungs- und das Zinsmanagementsystem des Bereichs Treasury berichten und diskutierte mit dem Vorstand den jährlichen Bericht des Konzernbeauftragten für den Datenschutz. Abschließend erarbeitete der Prüfungsausschuss eine Beschlussempfehlung an den Aufsichtsrat zur Einbringung der Anteile an Renault und Nissan in das deutsche Pensionsvermögen der Daimler AG.

Die Sitzung des Prüfungsausschusses am 20. Juli 2016 fand im Rahmen der Auslandssitzung des Aufsichtsrats in Portland, Oregon (USA), statt. Dort befasste sich das Gremium schwerpunktmäßig mit den Ergebnissen des zweiten Quartals 2016 sowie mit dem Risikobericht. Dabei erörterten die Mitglieder des Ausschusses unter anderem Produktions- und Technologierisiken, die Folgen aus der Beendigung des Kartellverfahrens der Europäischen Kommission gegen Daimler und andere Lkw-Hersteller sowie den aktuellen Stand der auf Veranlassung des U.S.-Justizministeriums durchgeführten internen Prüfung des Zertifizierungs- und Zulassungsprozesses in Bezug auf Abgasemissionen in den USA.

In seiner Sitzung am 20. Oktober 2016 befasste sich der Ausschuss unter anderem erneut mit dem Abschlussprüferreformgesetz, das Änderungen hinsichtlich der Anforderungen an die Ausschussmitglieder mit sich brachte. Weiterhin stiegen infolge der gesetzlichen Neuregelung die Anforderungen des Ausschusses im Hinblick auf die Überwachung der verschärften Unabhängigkeitsanforderungen an den Abschlussprüfer. Dies betrifft unter anderem die Überwachung des Verfahrens zur Auswahl des Abschlussprüfers (externe Rotation), die Anforderungen an die Billigung von zulässigen Nicht-Prüfungsleistungen sowie die Überwachung der Honorarobergrenze für Nicht-Prüfungsleistungen in Höhe von 70 % der durchschnittlich konzernweit gezahlten Abschlussprüfungshonorare. Vor diesem Hintergrund erörterte der Prüfungsausschuss Vorschläge zur Änderung seiner Geschäftsordnung und erarbeitete eine entsprechende Beschlussempfehlung an den Aufsichtsrat. Außerdem ließ sich der Prüfungsausschuss über die Strategie und die Inhalte der weltweiten Versicherungsprogramme berichten, die zum Schutz des Unternehmens und seiner Beschäftigten implementiert sind.

Jahres- und Konzernabschluss 2016

In der Sitzung am 1. Februar 2017 behandelte der Prüfungsausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2016 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwände gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kennzahlen und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 2. Februar 2017 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 10. Februar 2017 prüfte und erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem unein­geschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2016 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Dabei berichteten die Vertreter des Abschlussprüfers über die Ergebnisse der Prüfung und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss und zum Internal Control System (ICS), der Bericht zum Risikomanagementsystem für das Jahr 2016, der Geschäftsbericht für 2016 sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse sowie den zusammengefassten Lagebericht zu billigen und sich auf dieser Grundlage dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 3,25 € je dividendenberechtigter Stückaktie anzuschließen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2016.

Effizienzprüfung

Auch im Jahr 2016 führte der Prüfungsausschuss wie in den Vorjahren auf Grundlage eines umfangreichen, unternehmensspezifischen Fragebogens eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Die sehr positiven Ergebnisse dieser Effizienzprüfung wurden in der Sitzung Mitte Februar 2017 vorgestellt und diskutiert. Handlungsbedarf im Hinblick auf die Aufgaben des Ausschusses oder auf den Inhalt, die Frequenz oder den Ablauf der Sitzungen ergab sich dabei nicht.

Stuttgart, im Februar 2017

Der Prüfungsausschuss

Dr. Clemens Börsig
Vorsitzender

Zurück
Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance Bericht
Corporate Governance