Geschäftsbericht 2016

Ertragslage

Die Entwicklung der Ertragslage war im Geschäftsjahr 2016 durch den Rückgang des operativen Ergebnisses um 0,7 Mrd. € auf 1,9 Mrd. € sowie durch das um 3,4 Mrd. € auf 5,4 Mrd. € gestiegene Finanzergebnis geprägt. (Vgl. Tabelle B.36)

Der Umsatz stieg aufgrund der höheren Absatzzahlen von Fahrzeugen und Komponenten um insgesamt 4,2 Mrd. € auf 107,2 Mrd. € und lag damit über unseren im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen. Im Bereich Pkw nahm er aus den genannten Gründen um 4 % auf 81,8 Mrd. € zu. Auch bei den Nutzfahrzeugen führte ein höheres Absatzvolumen an Fahrzeugen und Komponenten zu einem Umsatzanstieg um 5 % auf 25,4 Mrd. €. Die Daimler AG hat den Absatz im Jahr 2016, wie im Vorjahr prognostiziert, deutlich gesteigert.

Der Bereich Pkw hat im Berichtsjahr ein Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres erzielt. Ursächlich waren höhere Aufwendungen für neue Produkte und Technologien. Gegenläufig hat sich das weitere Absatzwachstum in Europa und China positiv auf die Ergebnisentwicklung ausgewirkt. Der Absatz des Bereichs Pkw stieg im Berichtsjahr um 5 % auf 1.807.000 Einheiten1. Dabei war im Jahr 2016 das SUV-Segment ausgesprochen erfolgreich: Hier stieg der Absatz um 24 % auf 553.000 Einheiten1. Einen Zuwachs um 4 % auf 375.000 Einheiten1 verzeichnete das C-Klasse Segment. Bedingt durch den Lebenszyklus der S-Klasse lag der Absatz in diesem Segment mit 79.000 (i. V. 110.000) Einheiten1 unter dem Niveau des Vorjahres.

Bei Lkw und Transportern lag das Ergebnis über dem Wert des Vorjahres. Der Absatz bei Lkw erreichte 101.000 (i. V. 102.000) Einheiten1. Der Transporterabsatz konnte um 15 % auf 339.000 Einheiten1 gesteigert werden.

1 Der Absatz betrifft ausschließlich Neufahrzeuge. Im Absatz der Daimler AG sind auch an Konzerngesellschaften fakturierte Fahrzeuge enthalten, die von den Gesellschaften noch nicht an Konzerndritte verkauft wurden. Fahrzeugverkäufe von Produktionsgesellschaften des Daimler-Konzerns an Konzerndritte und Tochtergesellschaften der Daimler AG sind im Absatz nicht berücksichtigt.

Die Umsatzkosten stiegen um 5 % auf 96,3 Mrd. €. Der Absatz­anstieg und Aufwendungen für neue Produkte und Technologien haben zu höheren Umsatzkosten geführt. Die Forschungs- und Entwicklungskosten, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden, lagen mit 6,6 (i. V. 5,6) Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres; ihr Anteil an den Umsatzerlösen betrug 6,1 (i. V. 5,4) %. Die Forschungs- und Entwicklungskosten standen in erster Linie im Zusammenhang mit der Erneuerung und Erweiterung des Produktportfolios, insbesondere der Fahrzeugbaureihen der Kompaktklasse und der Geländewagen sowie dem Nachfolgemodell des Sprinter. Darüber hinaus wird kontinuierlich an neuen Motorengenerationen und alternativen Antriebssystemen gearbeitet. Zum Jahresende waren rund 19.000 Personen im Forschungs- und Entwicklungsbereich beschäftigt.

Die Vertriebskosten reduzierten sich um 0,2 Mrd. € auf 6,5 Mrd. €. Der Rückgang ist vor allem auf gesunkene Personalaufwendungen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Niederlassungen und dem damit verbundenen Rückgang der Belegschaft zurückzuführen. Der Anteil der Vertriebskosten an den Umsatzerlösen sank von 6,5 % auf 6,0 %.

Die Verwaltungskosten lagen mit 1,8 (i. V. 1,6) Mrd. € leicht über Vorjahresniveau. Der Anteil an den Umsatzerlösen betrug 1,7 (i. V. 1,6) %.

Das negative sonstige betriebliche Ergebnis lag bei 0,7 (i. V. 0,0) Mrd. €. Die Veränderung resultiert insbesondere aus Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren in Höhe von 0,4 Mrd. €. (Vgl. Tabelle B.36)

B.36 Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der Daimler AG

  2016 20151
in Millionen €    
     
Umsatzerlöse 107.178 103.024
Umsatzkosten (inkl. F&E-Aufwendungen) -96.271 -92.080
Vertriebskosten -6.454 -6.695
Allgemeine Verwaltungskosten -1.844 -1.622
Sonstiges betriebliches Ergebnis -749 -46
Operatives Ergebnis 1.860 2.581
Finanzergebnis 5.430 2.074
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.422 -900
Jahresüberschuss 5.868 3.755
     
Einstellung in die Gewinnrücklagen -2.391 -278
     
Bilanzgewinn 3.477 3.477

Informationen zu den Umgliederungen im Jahr 2015 können dem Jahresabschluss der Daimler AG entnommen werden.

Das Finanzergebnis erhöhte sich insbesondere aufgrund eines verbesserten Zinsergebnisses um 3,4 Mrd. € auf 5,4 Mrd. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf einen geringeren Zinsaufwand aus den Altersversorgungsverpflichtungen zurückzuführen. Hier hat sich der Effekt aus der Gesetzesänderung zur Berechnung des Diskontierungszinssatzes als durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn anstatt bisher sieben Jahre niedergeschlagen. Darüber hinaus wurde das Finanzergebnis durch höhere Erträge aus dem Zweckvermögen zur Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen beeinflusst. Gegenläufige Effekte entstanden aus den gestiegenen Abschreibungen auf die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen. Diese betreffen insbesondere die Mercedes-Benz do Brasil Ltda. und die Daimler India Commercial Vehicles Private Limited.

Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beträgt 1,4 (i. V. 0,9) Mrd. €. Im Geschäftsjahr 2015 waren hohe Steuererträge im Zusammenhang mit der steuerlichen Veran­lagung von Vorjahren enthalten. Insbesondere der Rückgang dieser periodenfremden Steuererträge führte zum Anstieg des Steueraufwandes im Vergleich zum Vorjahr.

Der Jahresüberschuss ist von 3,8 Mrd. € auf 5,9 Mrd. € gestiegen und lag damit im Rahmen unserer im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen. Die Entwicklung ist maßgeblich auf das verbesserte Finanzergebnis, teilweise kompensiert durch gegenläufige Effekte im operativen Ergebnis, zurückzuführen.

Die wirtschaftliche Lage der Daimler AG ist im Wesentlichen durch ihre operative Tätigkeit und die ihrer Tochtergesell­schaften geprägt. An den operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften partizipiert die Daimler AG über deren Ausschüttungen. Damit entspricht die wirtschaftliche Lage der Daimler AG grundsätzlich der des Daimler-Konzerns, die im Kapitel Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage erläutert ist.

Zurück
Vermögens- und Finanzlage
Daimler AG