Geschäftsbericht 2016

Cash Flow

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (Vgl. Tabelle B.24) belief sich im Jahr 2016 auf 3,7 (i. V. 0,2) Mrd. €. Der Anstieg war insbesondere auf die Effekte aus dem Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft zurückzuführen. Positive Wirkung hatte zudem die Entwicklung des Working Capital. Des Weiteren waren im Jahresvergleich niedrigere zahlungswirksame Zuwendungen an die Pensionsfonds zu verzeichnen, da im Vorjahreszeitraum Zahlungsmittelabflüsse für die Sonderdotierungen in Deutschland und USA von 1,2 Mrd. € enthalten waren. Die Zahlung des Bußgelds von 1,0 Mrd. €, das von der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit der Einigung im Kartellverfahren im Bereich Trucks gegen die Daimler AG verhängt wurde, führte zu einem gegenläufigen Effekt. Zudem wirkten in 2016 höhere Ertragsteuerzahlungen, da der Vorjahreszeitraum durch vereinnahmte Erstattungen beeinflusst war.

B.24 Verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnung

  2016 2015 16/15
in Millionen €     Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang   9.936 9.667 +269
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 3.711 222 +3.489
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -14.666 -9.722 -4.944
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 12.009 9.631 +2.378
Einfluss von Wechsel­kursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   -9 138 -147
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende   10.981 9.936 +1.045

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (Vgl. Tabelle B.24) ergab sich ein Mittelabfluss von 14,7 (i. V. 9,7) Mrd. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus den höheren Zahlungsmittelabflüssen für den Erwerb von Anteilsbesitz. Im Berichtszeitraum ergaben sich Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit dem im Dezember 2016 durchgeführten Erwerb von 100 % der Anteile an der Athlon Car Lease International B.V. (Athlon) sowie der Ablösung von bestehenden Finanzierungsverbindlichkeiten. Im Vorjahreszeitraum wirkten die durchgeführten Kapitalerhöhungen bei unseren Beteiligungen sowie der im Dezember 2015 getätigte Kauf der Anteile am digitalen Kartengeschäft HERE. Des Weiteren beeinflussten die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen den Cash Flow aus der Investitionstätigkeit. Negative Effekte ergaben sich zudem aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren. In der Berichtsperiode ergaben sich insgesamt höhere Mittelabflüsse (netto) als im Vorjahreszeitraum.

Aus dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (Vgl. Tabelle B.24) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von 12,0 (i. V. 9,6) Mrd. €. Der Anstieg beruhte insbesondere auf der höheren Nettoaufnahme von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts sowie des Erwerbs der Anteile an Athlon. Gegenläufig wirkte die höhere Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG.

Seit dem 31. Dezember 2015 stiegen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 1,0 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere umfasst, erhöhte sich um 3,5 Mrd. € auf 21,7 Mrd. €.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft der industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (Vgl. Tabelle B.25), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flow ist.

Die übrigen Anpassungen betreffen Zugänge an Sachanlagen, die dem Konzern aufgrund der Ausgestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Weiterhin werden Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler herausgerechnet. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherrschungs­verlust im Free Cash Flow berücksichtigt.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im Jahr 2016 auf 3,9 Mrd. € und lag damit deutlich über dem Niveau der Dividendenzahlung, was den im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen entspricht.

Der leichte Rückgang des Free Cash Flow um 0,1 Mrd. € auf 3,9 Mrd. € ist im Wesentlichen auf folgende Faktoren zurückzuführen. Positive Effekte ergaben sich aus der Entwicklung des Working Capital. Des Weiteren waren im Vorjahr höhere Zahlungs­mittelabflüsse infolge des Erwerbs der Anteile am digitalen Kartengeschäft HERE zu verzeichnen. Im Vorjahr wirkten zudem Sonderzahlungen im Zusammenhang mit den Pensions- und Gesundheitsfürsorgeleistungen in Deutschland und den USA. Die Zahlung des Bußgelds im Zusammenhang mit der Einigung im Kartellverfahren sowie die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sach­anlagen reduzierten dagegen den Free Cash Flow.

B.25 Free Cash Flow des Industriegeschäfts

  2016 2015 16/15
in Millionen €   Veränderung
       
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit   12.643 11.735 +908
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit   -10.903 -9.936 -967
Veränderung der verzinslichen Wertpapiere   2.311 1.897 +414
Übrige Anpassungen -177 264 -441
Free Cash Flow des Industriegeschäfts   3.874 3.960 -86

B.26 Netto-Liquidität des Industriegeschäfts

  31.12. 2016 31.12. 2015 16/15
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   8.751 8.369 +382
Verzinsliche Wertpapiere 9.498 6.999 +2.499
Liquidität 18.249 15.368 +2.881
Finanzierungs­verbindlichkeiten   1.451 2.612 -1.161
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungs­verbindlichkeiten   37 600 -563
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal)   1.488 3.212 -1.724
Netto-Liquidität 19.737 18.580 +1.157

B.27 Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns

  31.12. 2016 31.12. 2015 16/15
in Millionen €   Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   10.981 9.936 +1.045
Verzinsliche Wertpapiere 10.748 8.273 +2.475
Liquidität 21.729 18.209 +3.520
Finanzierungs­verbindlichkeiten   -117.686 -101.142 -16.544
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungs­verbindlichkeiten   61 583 -522
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal)   -117.625 -100.559 -17.066
Netto-Verschuldung -95.896 -82.350 -13.546

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (Vgl. Tabelle B.26) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditäts­management einbezogenen verzinslichen Wertpapiere abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten.

Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienst­leistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industrie­geschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts abgezogen. Zum 31. Dezember 2016 hatte die konzerninterne Refinanzierung aufgrund der Verwendung von Eigenmitteln des Industriegeschäfts einen höheren Umfang als die originär im Industriegeschäft aufgenommenen Finanzierungsverbindlichkeiten. Hieraus ergab sich ein positiver, die Netto-Liquidität erhöhender Wert für die Finanzierungsverbindlichkeiten des Industriegeschäfts, sodass die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts die ausgewiesene Brutto-Liquidität übersteigt.

Seit dem 31.Dezember 2015 erhöhte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts von 18,6 Mrd. € auf 19,7 Mrd. €. Der Anstieg war im Wesentlichen auf den positiven Free Cash Flow von 3,9 Mrd. € zurückzuführen. Darüber hinaus waren Zahlungsmittelzuflüsse im Zusammenhang mit den Eigenkapitaltransaktionen mit Daimler Financial Services von 0,7 Mrd. € zu verzeichnen. Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG mit 3,5 Mrd. €.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31.Dezember 2015 von 82,4 Mrd. € auf 95,9 Mrd. € erhöht (Vgl. Tabelle B.27).

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