Geschäftsbericht 2016

Compliance-Programme

Unser Anspruch ist es, nach ethischen Grundsätzen zu handeln und uns an alle geltenden Gesetze, internen Regelungen und freiwilligen Selbstverpflichtungen zu halten. Besonders achten wir darauf, alle geltenden Anti-Korruptionsvorschriften einzuhalten sowie einen fairen Wettbewerb zu wahren und zu fördern. Dies haben wir in unserer Richtlinie für integres Verhalten verbindlich festgeschrieben.

Wirkungsvolle Compliance- und Rechtsabteilungsstrukturen

Unsere wirkungsvollen Compliance- und Rechtsabteilungs-Strukturen sind entscheidend für die konzernweite Regeleinhaltung. Unsere Compliance-Organisation ist divisional und regional, unsere Rechtsabteilung entlang der Wertschöpfungskette und regional aufgestellt. So können wir unsere Geschäftsfelder optimal unterstützen und beraten. Hierfür steht jeweils ein funktionaler, divisionaler oder regionaler Ansprechpartner zur Verfügung. Zusätzlich achten weltweit lokale Ansprechpartner darauf, dass unsere Standards eingehalten werden. Die divisionalen und der regionale Compliance-Beauftragte berichten direkt an den Chief Compliance Officer. Dies gewährleistet ihre Unabhängigkeit von den Geschäftsfeldern. Der Chief Compliance Officer und der Group General Counsel berichten direkt an das Vorstandsmitglied für Integrität und Recht. Der Chief Compliance Officer berichtet zudem an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Um unsere Compliance- und Rechtsabteilungs-Mitarbeiter bei rechtlichen und regulatorischen Änderungen zu unterstützen, stellen wir im Rahmen unseres integrierten Trainingsprogramms zielgruppenspezifische Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Zudem erhalten alle neuen Compliance- und Rechtsabteilungs-Mitarbeiter eine umfassende Einführung in einem speziellen Praxisseminar.

Compliance Management System (CMS)

Unser Compliance Management System ist an nationalen und internationalen Standards ausgerichtet. Es hilft uns, regelkonformes Verhalten im Tagesgeschäft aller unserer Geschäftseinheiten sicherzustellen. Die Wirksamkeit des Systems überprüfen wir laufend und passen es an weltweite Entwicklungen, veränderte Risiken und neue rechtliche Anforderungen an. So verbessern wir stetig seine Effektivität und Effizienz, unter anderem im Hinblick auf die Einhaltung technischer Regularien bezogen auf unsere Produkte. Dabei geht es insbesondere um die Identifizierung regulatorischer Risiken im Produktentstehungsprozess zum Schutz des Unternehmens, der Beschäftigten und der Marke. Unsere vielfältigen Compliance-Programme sind an unserem Compliance Management System ausgerichtet. Beispielhaft möchten wir folgende Bereiche hervorheben:

Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office)

Das Business Practices Office ermöglicht es weltweit Mitarbeitern ebenso wie externen Hinweisgebern, Regelverstöße zu melden. Es nimmt rund um die Uhr Hinweise entgegen, die per E-Mail, postalisch, über eine externe, gebührenfreie Hotline oder über ein Meldeformular übermittelt werden können. Sofern lokal rechtlich zulässig, kann die Meldung auch anonym erfolgen. In Deutschland können Hinweise an das BPO zudem über einen externen Neutralen Mittler gemeldet werden. Diese Funktion ist durch eine unabhängige Rechtsanwältin besetzt. Über Hinweise an das BPO werden wir auf mögliche Risiken und konkrete Regelverstöße aufmerksam und können damit Schaden vom Unternehmen abwenden. Eine weltweit gültige Konzernrichtlinie gewährleistet eine faire und transparente Vorgehensweise, die sowohl den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit für den Betroffenen als auch den Schutz des Hinweisgebers berücksichtigt.

Erfahrungsaustausch zur Compliance-Praxis

Der Erfahrungsaustausch über Compliance-Praktiken ist uns sehr wichtig. Mit der Daimler Compliance Akademie haben wir hierfür eine etablierte Plattform geschaffen. Das jährliche Praxisseminar richtet sich an Compliance-Praktiker aller Branchen, Geschäftsführer und Compliance-Interessierte. Im Mittelpunkt steht der Austausch über Compliance-Trends und -Herausforderungen. Im Jahr 2016 fand die Daimler Compliance Akademie bereits zum dritten Mal statt. Zudem haben wir im Berichtsjahr erstmals eine Fachtagung zur Bekämpfung von Geldwäsche im Güterhandel ausgerichtet.

Systematische Minimierung von Compliance-Risiken

Compliance-Risiken minimieren wir systematisch. Alljährlich analysieren und evaluieren wir unsere Geschäftseinheiten in Bezug auf Compliance-Risiken. Die Ergebnisse dieser Analyse dienen als Grundlage unserer Risikosteuerung. Ein Schwerpunkt unserer Maßnahmen zur Risikominimierung liegt auf Vertriebsgesellschaften in Hochrisikoländern. Die Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen sowie die Aufsichtspflicht liegen beim Management der jeweiligen Gesellschaft. Dieses arbeitet eng mit den Fachbereichen des Ressorts Integrität und Recht zusammen.

Compliance unserer Geschäftspartner

Wir formulieren klare Compliance-Anforderungen auch an unsere Geschäftspartner, denn integres und regelkonformes Verhalten ist eine unabdingbare Voraussetzung jeder vertrauensvollen Zusammenarbeit. Deshalb achten wir bei der Auswahl unserer direkten Geschäftspartner darauf, dass sie die Gesetze einhalten und ethische Grundsätze befolgen. Im Rahmen unseres integrierten Trainingsprogramms bieten wir ihnen je nach Risiko auch spezielle Trainings zu Integrität und Compliance an. 2016 wurde das »Compliance Awareness Module« veröffentlicht, das unseren Geschäftspartnern auf Wunsch zur Verfügung gestellt wird und sie für aktuelle Compliance-Anforderungen sensibilisieren soll. Unterläuft ein Partner unsere Standards, behalten wir uns vor, die Zusammenarbeit zu beenden. Zu unseren Erwartungen an unsere Geschäftspartner siehe auch. (Vgl. daimler.com/nh/ugb.)

Antikorruptions-Compliance

Antikorruptions-Compliance wird mit einem weltweit angewendeten System sichergestellt, das insbesondere ein integriertes Risk Assessment, risikobasierte Maßnahmen zur Vermeidung von Korruption in allen Geschäftsaktivitäten (zum Beispiel die Prüfung von Geschäftspartnern und Transaktionen) sowie die besondere Sorgfalt im Umgang mit Amtsträgern beinhaltet. Wir haben einen anerkannt hohen Standard in der Korruptionsvermeidung erreicht und stellen an alle unsere weltweiten Aktivitäten die gleichen strengen Anforderungen. Zudem entwickeln wir unsere Methoden und Prozesse kontinuierlich weiter.

Antitrust-Compliance

Unser konzernweites Antitrust-Compliance-Programm ist an nationalen und internationalen Standards ausgerichtet. Es umfasst einen weltweit gültigen Daimler-Standard, der verbindlich definiert, wie wettbewerbsrechtliche Fragestellungen zu beurteilen sind. Dieser ist an den Maßstäben der europäischen Kartellbehörden und Gerichte ausgerichtet. Auf diese Weise stellen wir für alle Länder ein einheitliches Compliance- und Beratungsniveau sicher.Mit unserem Schulungsangebot, einer eigens durch unsere Rechtsabteilung eingerichteten Beratungs-Hotline sowie mit Leitfäden und Praxishilfen unterstützen wir unsere Mitarbeiter dabei, kartellrechtlich kritische Situationen zu erkennen und sich im Tagesgeschäft regelkonform zu verhalten.

Die Ergebnisse unserer Compliance-Risiko-Analyse bilden die Basis für die Definition der Maßnahmen, mit denen wir etwaigen kartellrechtlichen Risiken begegnen. Außerdem führen wir ergänzend Monitoring-Maßnahmen in unseren Unternehmenseinheiten durch. Sie helfen uns, die Wirksamkeit unseres Anti­trust-Compliance-Programms laufend zu verbessern und an weltweite Entwicklungen und neue rechtliche Anforderungen anzupassen.

Um eine unabhängige, externe Bewertung unseres Antitrust-Compliance-Programms zu erhalten, wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, das Compliance Management System Kartellrecht nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer zu prüfen. Die auf Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit ausgelegte Prüfung wurde Ende 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Datenschutz-Compliance

Der Bereich Konzerndatenschutz unterstützt weltweit alle Konzerngesellschaften bei der Einhaltung des Datenschutzrechts. Der Konzernbeauftragte für den Datenschutz ist unabhängig und berichtet direkt an das Vorstandsmitglied für Integrität und Recht. Den jährlich erstellten Datenschutzbericht erhält der Aufsichtsrat. Unsere Konzernrichtlinie für den Datenschutz definiert konzernweit geltende Standards für den Umgang mit Daten von Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Sie erfüllt die Anforderungen der Europäischen Datenschutzrichtlinie. Der Bereich Konzerndatenschutz ist Ansprechpartner für Datenschutzbeschwerden, führt Kontrollen sowie Audits durch, sorgt für Sensibilität der Mitarbeiter und berät die Fachbereiche. Schwerpunkt der produktbezogenen Beratung ist der Datenschutz sowohl bei vernetzten Fahrzeugen und automatisierten Fahrfunktionen als auch bei Mobilitätsservices.

Anti-Geldwäsche-Compliance

Unsere Anti-Geldwäsche-Richtlinie für den Bereich Güterhandel dient der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Sie bildet die Grundlage dafür, dass konzernweit die jeweils geltenden nationalen Gesetze eingehalten werden. Der Chief Compliance Officer fungiert als Geldwäschebeauftragter der Daimler AG. Bei der Steuerung und Koordinierung der Maßnahmen zur Geldwäscheprävention im Bereich Güterhandel wird er von einem Center of Competence unterstützt.

Sanktionslisten-Compliance

Sanktionslisten berücksichtigen wir konsequent und tragen so in angemessener Weise dafür Sorge, dass sanktionsrechtliche Vorgaben des Gesetzgebers eingehalten werden. Um diese ebenso effektiv wie effizient umzusetzen, haben wir weltweit einen risikoorientierten, systemgestützten Prozess eingeführt.

Zurück
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Kultur der Integrität