Geschäftsbericht 2016

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Personalstand leicht gesunken

Zum 31. Dezember 2016 waren im Daimler-Konzern insgesamt 282.488 (i. V. 284.015) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Entgegen der im Geschäftsbericht 2015 enthaltenen Prognose ist die Zahl der Beschäftigten trotz einer insgesamt gestiegenen Produktion um 1 % gefallen. Ursache für den Rückgang war vor allem der Personalabbau bei Daimler Trucks aufgrund der schwachen Nachfrage in wichtigen Märkten. In Deutschland blieb der Personalstand mit 170.034 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Vorjahresniveau (i. V. 170.454). In den USA gab es im Jahr 2016 einen Belegschaftsrückgang auf 21.857 (i. V. 24.607), und auch in Brasilien reduzierte sich die Belegschaft auf 9.782 (i. V. 11.669). 10.535 (i. V. 11.002) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren Ende 2016 in Japan tätig. (Vgl. Abbildung B.42) Die Belegschaft unserer konsolidierten Tochtergesellschaften in China lag am Jahresende bei 3.696 (i. V. 3.155). In der Daimler AG waren zum Ende des Berichtsjahres 148.704 (i. V. 151.183) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

B.42 Mitarbeiter nach Regionen

Der Personalstand hat sich im Jahr 2016 in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans erhöht. Bei Daimler Financial Services führte die Akquisition von Athlon zu einem starken Anstieg. Einen deutlichen Rückgang der Belegschaft gab es im Geschäftsfeld Daimler Trucks. Bei Daimler Buses lag die Zahl der Beschäftigten knapp unter Vorjahresniveau. (Vgl. Abbildung B.43)

B. 43 Mitarbeiter nach Geschäftsfeldern

  2016 2015 16/15
Beschäftigte (31.12.)   Veränd. in %
       
Daimler-Konzern 282.488 284.015 -1
Mercedes-Benz Cars 139.947 136.941 +2
Daimler Trucks 78.642 86.391 -9
Mercedes-Benz Vans 24.029 22.639 +6
Daimler Buses 17.899 18.147 -1
Daimler Financial Services 12.062 9.975 +21
Sonstige 9.909 9.922 -0

Weltweit haben wir interne Dienstleistungen, wie beispielsweise Finanzprozesse, HR- sowie IT- und Entwicklungsaufgaben, Vertriebsfunktionen und bestimmte Standortdienstleistungen, in sogenannten Shared Service Centern gebündelt. Ein Teil dieser Shared Service Center wird aufgrund des fehlenden Einflusses auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht konsolidiert; in diesen Gesellschaften waren Ende 2016 wie im Vorjahr rund 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Ebenfalls nicht in der Gesamtbelegschaft des Konzerns enthalten sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen, die wir gemeinsam mit chinesischen Partnern betreiben; am 31. Dezember 2016 waren das rund 19.500 Beschäftigte (i. V. 19.000).

Attraktive Vergütung

Unsere Beschäftigten erhalten eine marktgerechte Vergütung sowie marktkonforme Zusatzleistungen, wie beispielsweise eine betriebliche Altersversorgung. Wir beteiligen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch am Erfolg der jeweiligen Gesellschaft. Die Daimler AG wird an ihre anspruchsberechtigten Beschäftigten im April 2017 für das Geschäftsjahr 2016 einen Betrag von bis zu 5.400 € ausbezahlen – die bis dato zweithöchste Summe. Für das Geschäftsjahr 2015 hatten wir im April 2016 eine Ergebnisbeteiligung von bis zu 5.650 € ausbezahlt.

Betriebszugehörigkeit

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Daimler-Beschäftigten ist im Berichtsjahr leicht gestiegen und erreichte 16,3 Jahre (i. V. 16,0 Jahre). In Deutschland waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Jahresende 2016 im Durchschnitt seit 19,5 (i. V. 19,4) Jahren bei Daimler beschäftigt, in der Daimler AG seit 20,1 (i. V. 19,9) Jahren. Außerhalb Deutschlands lag die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 11,3 (i. V. 10,9) Jahren.

Altersdurchschnitt leicht gestiegen

Der Altersdurchschnitt unserer Beschäftigten lag im Jahr 2016 weltweit bei 42,7 (i. V. 42,5) Jahren. In Deutschland waren unsere Mitarbeiter durchschnittlich 44,2 (i. V. 44,0) Jahre alt. In der Stammbelegschaft der Daimler AG liegt der Anteil der Mitarbeiter, die 50 Jahre oder älter sind, derzeit bei rund 39 %. Dieser Anteil wird auf Basis heutiger Annahmen in den nächsten sieben Jahren auf etwa 50 % anwachsen.

Leadership 2020

Unser Geschäft ändert sich mit nie dagewesener Geschwindigkeit. Das betrifft nicht nur Technologien, gesetzliche Rahmenbedingungen und Kundenanforderungen, sondern auch die Art, wie wir zusammenarbeiten, kommunizieren und führen. Um in Zukunft so erfolgreich zu bleiben wie in den vergangenen 130 Jahren, brauchen wir auch intern einen Kulturwandel hin zu einer neuen Führungskultur. Deshalb haben wir im Januar 2016 die Initiative Leadership 2020 gestartet.

144 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 24 Nationen, verteilt über alle Führungsebenen, wurden ausgewählt, Vorschläge für eine neue Führungskultur für Daimler zu entwickeln. Verteilt auf acht Teams in der ganzen Welt haben sie ohne konkrete Vorgaben dezentral an neuen Führungsansätzen gearbeitet. Daraus wurden acht Themenfelder definiert, sogenannte Game Changer. Dabei handelt es sich um Abläufe und Prozesse, die gezielt Strukturen verändern, hinterfragen oder aufbrechen, um so eine neue Führungskultur zu ermöglichen. Darüber hinaus haben wir acht Führungsprinzipien identifiziert, die unser künftiges Führungsverhalten bestimmen und Orientierung für Führungskräfte und Mitarbeiter geben sollen.

Erste konkrete Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen sind bereits in der Umsetzung. So wurden Entscheidungsprozesse vereinheitlicht und vereinfacht. Das bedeutet mehr Vertrauen in unsere Mitarbeiter. Das Innovationsnetzwerk »Daimler Campus Community« soll einen Austausch zwischen vielen bestehenden Institutionen, Prozessen und Initiativen rund um das Thema Innovation schaffen und sie stärker miteinander vernetzen. So fördern wir unser wichtigstes Gut, den Pioniergeist.

Für Führungskräfte ergeben sich im Rahmen von Leadership 2020 zusätzliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Ziel ist es, dass die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit auf der richtigen Position bei Daimler arbeiten. Eine neue, digitale und globale Jobplattform bietet Interessenten Zugriff auf alle offenen Stellen weltweit. Auch das Vergütungsmodell wird über­arbeitet: Der Bonus soll sich künftig am Erfolg des Unternehmens orientieren und nicht mehr an einer individuellen Zielvereinbarung. So sollen Leitende Führungskräfte noch stärker Verantwortung für den Unternehmenserfolg tragen und weniger an persönlichen Zielen gemessen werden.

Für weitere Informationen zu Leadership 2020 siehe auch Leadership 2020: Gemeinsam in die Zukunft

Erfolgreiche Mitarbeiterbefragung

Im Jahr 2016 haben wir erneut eine konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Sie ist ein wichtiger Gradmesser dafür, wo wir aus Sicht unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell stehen – und was wir künftig noch besser machen können. Im September waren fast 263.000 Beschäftigte in mehr als 40 Ländern eingeladen, ihre Meinung abzugeben. Eine ausgezeichnete Beteiligungsquote von 76 % unterstreicht das Interesse und die Bereitschaft der Belegschaft, sich in die Weiterentwicklung des Unternehmens aktiv einzubringen. Insgesamt zeigten sich deutlich verbesserte Ergebnisse im Vergleich zu den Befragungen der Vorjahre. Das Mitarbeiter-Commitment liegt im externen Vergleich auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Seit Anfang Dezember werden die Ergebnisse fachgerecht ausgewertet und Handlungspotenziale ermittelt, um nachhaltige Verbesserungen für das Unternehmen und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen.

Mobiles Arbeiten

Moderne und flexible Arbeitszeiten werden zunehmend von Beschäftigten gefordert. Daimler hat hierzu im Jahr 2015 eine gemeinsame Initiative von Unternehmensleitung, Gesamtbetriebsrat, IG Metall und dem Fraunhofer-Institut gestartet. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess von Beschäftigten und Führungskräften mit Befragungen und Dialogrunden wurden Erfahrungen, Regelungsbedarfe und Grenzen für mobiles Arbeiten identifiziert. Ergebnis ist eine neue, zukunftsweisende Gesamtbetriebsvereinbarung, die am 1. Dezember 2016 in Kraft trat. Sie sieht ein Recht auf mobiles Arbeiten vor, sofern es die Arbeitsaufgabe erlaubt. Mehr Flexibilität und Selbstbestimmung sowie eine hohe Vertrauenskultur fördern auch die Attraktivität von Daimler als Arbeitgeber.

Beruf und Privatleben

Wir unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mit einer Vielzahl von Betriebsvereinbarungen, flexiblen Arbeits- und Arbeitszeitmodellen sowie Angeboten von Kinderbetreuung bis zur Pflege von Angehörigen – je nach Lebenssituation. Auch Auszeiten, wie zum Beispiel zur Weiterbildung, persönlichen Selbstverwirklichung oder Pflege, werden durch Sabbaticals, Pflegeurlaub oder dergleichen über den gesetzlichen Rahmen hinaus ermöglicht.

Diversity-Management

Mit dem Statement »Diversity shapes our future« unterstreichen wir bei Daimler die Bedeutung von Diversity-Management als strategischem Erfolgsfaktor. Durch die unterschiedlichen Talente und Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen wir die Voraussetzungen, als global agierendes Unternehmen der Vielfalt unserer Kunden, Lieferanten und Investoren zu begegnen.

Mehr Frauen in Führungspositionen

Bereits 2006 hat sich Daimler verpflichtet, den Anteil von Frauen in leitenden Führungspositionen im Konzern bis zum Jahr 2020 auf 20 % zu erhöhen. Er ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag Ende 2016 bei 16,7 % (i. V. 15,4 %). Die gezielte Förderung von Frauen unterstützen wir unter anderem durch Mentoring, spezielle Veranstaltungen und Qualifizierung sowie Mitarbeiterinnennetzwerke.

Um die Vorgaben des neuen Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen zu erfüllen, hat der Vorstand für die beiden Managementebenen unterhalb des Vorstands Zielgrößen für den Frauenanteil und eine Frist für deren Erreichung bestimmt. Bei allen Zielgrößen haben wir branchenspezifische Gegebenheiten berücksichtigt. Einzelheiten hierzu sind im Kapitel Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance Bericht in Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen dieses Geschäftsberichts dargestellt.

Nachwuchssicherung

Daimler geht bei seiner Nachwuchssicherung ganzheitlich vor. Unsere Initiative Genius vermittelt bereits Kindern und Jugendlichen wertvolle Einblicke in Zukunftstechnologien und Berufsbilder in der Automobilindustrie (Gesellschaftliche Verantwortung). Neben der technischen und kaufmännischen Ausbildung oder dem Dualen Studium sind wir mit einer Vielzahl von Aktivitäten dort präsent, wo heute Talente angesprochen werden. Über Social Media, Hackathons, Wettbewerbe und Praktika bieten wir umfangreiche und individuelle Kontaktmöglichkeiten zum Unternehmen. Nach dem Studium stellt der Direkteinstieg oder unser internationales Trainee-Programm CAReer attraktive Möglichkeiten zur Verfügung, in unserem Unternehmen durchzustarten.

Ende 2016 beschäftigten wir weltweit 7.960 Auszubildende (i. V. 8.307); in Deutschland haben im Berichtsjahr 1.883 (i. V. 1.871) junge Menschen eine Ausbildung bei uns aufgenommen. Dabei richten wir die Ausbildungs- und Übernahmezahlen konsequent am Bedarf und an der künftigen Entwicklung des Unternehmens aus. Die Übernahmequote lag in Deutschland im Jahr 2016 bei 88 % (i. V. 84 %).

Mitarbeiterqualifizierung

Unsere Beschäftigten erhalten während ihres gesamten Berufslebens Qualifizierungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Belegschaft dauerhaft sicherstellen. Für die betriebliche Qualifizierung kommen dabei unterschiedliche Maßnahmen in Betracht, wie beispielsweise arbeitsplatznahes Lernen, Seminare, Workshops, der Besuch von Fachtagungen oder berufsbegleitende Studienförderprogramme. Allein in Deutschland haben wir im Berichtsjahr 131 (i. V. 126) Mio. € in die Qualifizierung unserer Beschäftigten investiert; jeder Mitarbeiter wurde im Schnitt drei (i. V. vier) Tage im Jahr qualifiziert.

Flüchtlingshilfe

Zur Unterstützung bei der beruflichen Integration in den deutschen Arbeitsmarkt bieten wir seit 2015 sogenannte Brückenpraktika für Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive an. Die Auswahl läuft in enger Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit und den lokalen Jobcentern. An allen deutschen Standorten wurden und werden Brückenpraktika für insgesamt über 500 Teilnehmer durchgeführt. Die 14-wöchigen Praktika sehen einen täglichen Wechsel von Deutschunterricht und Produktionseinsätzen vor. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Brücke in den deutschen Arbeitsmarkt trägt, häufig aber auch weitere Sprachqualifizierungen in Anspruch genommen werden. Für junge Flüchtlinge mit guten Deutschkenntnissen hat Daimler zusätzlich 50 Ausbildungsplätze geschaffen, die schrittweise besetzt werden. Für weitere Aktivitäten im Rahmen der Flüchtlingshilfe siehe Compliance-Programme.

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