Geschäftsbericht 2016

Automobilmärkte

Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte im Jahr 2017 von hohem Niveau ausgehend weiter zunehmen. Nach aktueller Einschätzung ist mit einem leichten Zuwachs in der Größenordnung von 1 bis 2 % zu rechnen. Mitentscheidend für die weltweite Dynamik wird sein, wie deutlich sich das Marktwachstum in China abschwächt, nachdem die steuerlichen Kaufanreize für Pkw mit kleinen Motoren seit Jahresbeginn reduziert worden sind. Trotz der dynamischen Marktentwicklung im Jahr 2016 erwarten wir in China ein weiteres leichtes Wachstum.

Der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge dürfte das außerordentlich hohe Niveau von über 17 Mio. verkauften Einheiten in diesem Jahr halten können. Mögliche fiskalpolitische Impulse der neuen US-Regierung könnten sich zusätzlich positiv auf die Nachfrage auswirken. In Europa erwarten wir insgesamt einen leichten Anstieg. Dabei ist für Westeuropa damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Pkw-Verkäufe nach der recht schwungvollen Erholung der vergangenen Jahre nur noch in etwa auf dem Vorjahresniveau bewegen wird. Das inzwischen wieder erreichte solide Marktniveau sowie eine infolge des Brexit-Votums der Briten etwas gedämpfte wirtschaftliche Dynamik sind die wesentlichen Gründe für die erwartete Stagnation der Nachfrage. In Kernmärkten wie Deutschland und Frankreich ist bestenfalls noch mit leichten Zuwächsen zu rechnen, in Großbritannien ist eine Marktkorrektur wahrscheinlich. Nach den drastischen Verlusten der Vorjahre ist für den russischen Markt mit einer Erholung der Pkw-Nachfrage zu rechnen.

Nach zwei Jahren rückläufiger Marktentwicklung erwarten wir für Japan eine Stabilisierung der Verkaufszahlen. In Indien dürfte sich die Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre mit einem weiteren deutlichen Marktanstieg fortsetzen.

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw dürfte sich in den für uns relevanten Regionen nur in etwa auf dem eher schwachen Vorjahresniveau bewegen.

In der NAFTA-Region ist damit zu rechnen, dass sich die zyklische Marktkorrektur fortsetzt. In den Gewichtsklassen 6-8 ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach dem deutlichen Verlust im Jahr 2016 in einer Größenordnung von rund 5 % zurückgehen wird. Im schweren Segment (Klasse 8) dürfte die Abschwächung dabei noch deutlicher ausfallen.

Der Markt in der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) hat nach derzeitiger Einschätzung im vergangenen Jahr einen temporären Höchststand erreicht. In einem im Vergleich zum Vorjahr etwas verhalteneren wirtschaftlichen Umfeld erwarten wir, dass die Lkw-Verkäufe leicht zurückgehen werden. In Brasilien ist nach dem Ende der tiefen wirtschaftlichen Rezession von sehr niedrigem Niveau kommend lediglich mit einer leichten Erholung des Lkw-Marktes zu rechnen. In der Türkei ist nach dem dramatischen Einbruch des Vorjahres ein weiterer leichter Rückgang zu erwarten. Von einem sehr niedrigen Niveau kommend ist in Russland mit einer signifikanten Erholung der Nachfrage zu rechnen. Der chinesische Markt sollte nach dem kräftigen Anstieg des Vorjahres weitgehend stabil bleiben.

Die aus Daimler-Sicht wichtigsten asiatischen Märkte dürften im Jahr 2017 ein gemischtes Bild zeigen. Nachdem sich der japanische Markt für leichte, mittelschwere und schwere Lkw über mehrere Jahre auf relativ solidem Niveau behaupten konnte, ist nun mit einer Marktkorrektur von etwa 5 % zu rechnen. Den indonesischen Lkw-Gesamtmarkt erwarten wir nach den deutlichen Rückgängen der Vorjahre in der Größenordnung des Jahres 2016. In Indien ist von einem leichten Marktanstieg auszugehen. Die dort geplante Umsatzsteuerreform, die den Kauf von Lkw günstiger machen würde, könnte den Markt im Jahresverlauf positiv beeinflussen.

Für das Jahr 2017 erwarten wir in der Region EU30 sowohl bei den kleinen als auch bei den mittelgroßen und großen Transportern ein leichtes Marktwachstum, das insbesondere vom deutschen Transportermarkt, aber auch von anderen großen europäischen Märkten getragen wird. In den USA dürfte die Nachfrage nach großen Transportern weitgehend stabil bleiben. Dagegen sollte sich der Markt für mittelgroße und große Transporter in Lateinamerika, von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend, im Jahr 2017 wieder deutlich beleben. In China rechnen wir ebenfalls mit einer Belebung der Nachfrage in dem von uns adressierten Markt.

Bei den Bussen erwarten wir in der Region EU30 ein leicht ansteigendes Marktvolumen gegenüber dem Vorjahr. Die Marktentwicklung in Lateinamerika wird durch die aktuelle wirtschaftliche Situation in Argentinien und Brasilien weiterhin negativ beeinflusst. Nach den deutlichen Rückgängen in den Vorjahren gehen wir davon aus, dass die Talsohle im Jahr 2016 erreicht wurde. Insbesondere in Brasilien rechnen wir für das Jahr 2017 mit einer deutlichen Erholung auf weiterhin sehr niedrigem Niveau.

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