Geschäftsbericht 2016

Weltwirtschaft

Zum Jahresanfang 2017 folgt die Weltwirtschaft weiterhin einem anhaltenden, wenngleich recht flachen Wachstumspfad. Für den weiteren Jahresverlauf gehen wir davon aus, dass sich die Wirtschaftsdynamik leicht verbessern könnte. Auf das Gesamtjahr gesehen dürften die fortgeschrittenen Volkswirtschaften ein ähnliches Wachstumstempo aufweisen wie im Vorjahr. Die Schwellenländer sollten dagegen nach Jahren konjunktureller Schwäche erstmals wieder eine leichte Belebung erfahren.

Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass die US-amerikanische Volkswirtschaft nach dem wachstumsmäßig eher schwachen Jahr 2016 wieder an Tempo gewinnen sollte, obwohl Zinsen und Inflation leicht anziehen dürften. Während der private Konsum weiterhin vor allem vom günstigen Arbeitsmarkt und von steigenden Einkommen profitiert, kommt die erwartete Beschleunigung vor allem von der Investitionsseite. Für den Jahresausblick 2017 wird zudem maßgeblich sein, welche expansiven fiskalpolitischen Maßnahmen von der neuen Administration umgesetzt werden. Auch wenn diese ihre volle Wirkung vermutlich erst im Jahr 2018 zeigen dürften, könnte sich je nach Höhe des Stimulus auch schon für das laufende Jahr eine gewisse konjunkturelle Schubkraft entwickeln. Insgesamt erwartet die Mehrzahl der Analysten derzeit ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2 bis 2,5 %.

Die Wachstumsaussichten der japanischen Wirtschaft bleiben eher verhalten. Auch wenn sich die Inlandsnachfrage etwas dynamischer als im vorigen Jahr entwickeln könnte, so bewegen sich die aktuellen BIP Wachstumsprognosen lediglich in der Größenordnung von 1 %.

Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion (EWU) erwies sich schon in den beiden vergangenen Jahren als recht widerstandsfähig und sollte ihren – wenngleich eher moderaten – Aufwärtstrend auch im Jahr 2017 fortsetzen. Aufgrund der möglichen negativen Auswirkungen des britischen Referendums zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) erwarten wir aber, dass sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr etwas verlangsamt. Die Europäische Zentralbank dürfte dabei im Jahresverlauf 2017 ihre expansiven Maßnahmen tendenziell beibehalten. Leicht positive Konjunkturimpulse sollten zudem auch hier von der fiskalpolitischen Seite kommen. Derzeit liegt unsere BIP-Wachstumserwartung für die EWU bei etwa 1,5 %. In dieser Größenordnung bewegen sich auch die aktuellen Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft. Auch wenn der für die nächsten Monate erwartete Beginn der EU-Austrittsverhandlungen belastend wirken dürfte, wird für die britische Wirtschaft gegenwärtig kein tieferer konjunktureller Einbruch erwartet.

Die Schwellenländer könnten im Jahr 2017 in Summe eine gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate von etwas über 4 % erzielen, womit sie wieder zu ihrem langfristigen Trend aufschließen würden. Diese Verbesserung ist vor allem auf die erwartete Entwicklung auf dem südamerikanischen Kontinent und auch in Russland zurückzuführen. In beiden Wirtschaftsräumen wird nach teilweise sehr tiefen Rezessionen allgemein mit einer Rückkehr zu leichtem Wachstum gerechnet. Eine wesentliche Ursache dafür ist die weitere, wenngleich nur graduelle Stabilisierung der Rohstoffpreise, die für 2017 erwartet wird. Allerdings werden insbesondere die Rohölpreise vermutlich noch zu niedrig bleiben, um den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens einen nachhaltigen konjunkturellen Auftrieb zu geben. Angesichts des mittlerweile erreichten Volumens des chinesischen BIP dürften die Zuwachsraten der chinesischen Wirtschaft in den nächsten Jahren tendenziell weiter zurückgehen. Wir gehen aber davon aus, dass es den politischen Entscheidungsträgern durch rechtzeitiges Gegen- und Feinsteuern auch in diesem Jahr gelingen wird, eine »harte Landung« zu vermeiden, und erwarten ein Wachstum von etwas unter 6,5 %.

In der Gesamtbetrachtung spricht einiges dafür, dass sich die Weltwirtschaft im Jahr 2017 zwar etwas besser als im wachstumsschwachen Vorjahr entwickeln wird, sich aber wohl nicht aus dem eher unterdurchschnittlichen Wachstumskorridor von 2,5 bis 3 % befreien wird.

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