Geschäftsbericht 2016

Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2015 von 217,2 Mrd. € auf 243,0 Mrd. €; währungsbereinigt ist ein Anstieg von 24,1 Mrd. € zu verzeichnen. Von der Bilanzsumme entfallen 141,8 (i. V. 123,9) Mrd. € auf Daimler Financial Services; dies entspricht 58 (i. V. 57) % aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern.

Die Ausweitung der Bilanzsumme resultierte überwiegend aus einem höheren Volumen im Finanzdienstleistungsgeschäft sowie einer höheren Liquidität (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie verzinsliche Wertpapiere). Darüber hinaus führte das gestiegene Investitionsvolumen zu einem Anstieg der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Der infolge des Portfoliowachstums gestiegene Refinanzierungsbedarf war auf der Passivseite mit höheren Finanzierungsverbindlichkeiten verbunden. Darin enthalten ist auch der Effekt aus dem Erwerb von Athlon Car Lease International B.V.

(Athlon) am 1. Dezember 2016. Zudem war eine Erhöhung des Eigenkapitals zu verzeichnen. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme lag mit 42 % auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme beträgt wie im Vorjahr 35 %.

Die Immateriellen Vermögenswerte von 12,1 (i. V. 10,1) Mrd. € beinhalten 8,8 (i. V. 7,8) Mrd. € aktivierte Entwicklungskosten und 1,2 (i. V. 0,7) Mrd. € Geschäftswerte. Von den Entwicklungskosten entfiel ein Anteil von 76 (i. V. 73) % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und ein Anteil von 14 (i. V. 18) % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks. Die im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungskosten lagen bei 2,3 (i. V. 1,8) Mrd. € und ent­sprechen einem Anteil von 31 (i. V. 27) % an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns (vgl. Nachhaltigkeit und Integrität). Der Anstieg der Geschäftswerte resultierte aus dem Erwerb von Athlon.

Die Sachanlagen (vgl. Finanzgarantien, Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen) stiegen auf 26,4 (i. V. 24,3) Mrd. €. Im Jahr 2016 wurden weltweit 5,9 (i. V. 5,1) Mrd. € insbesondere an unseren Produktions- und Montagestandorten für neue Produkte und Technologien, die Erweiterung der Kapazitäten sowie für Modernisierungsmaßnahmen investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen Sachinvestitionen von 3,6 (i. V. 3,3) Mrd. €.

B.33 Verkürzte Konzernbilanz

  31.12. 2016 31.12. 2015 16/15
in Millionen €   Veränd. in %
       
Aktiva      
Immaterielle Vermögenswerte   12.098 10.069 +20
Sachanlagen 26.381 24.322 +8
Vermietete Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen   127.449 112.456 +13
At-equity bewertete Finanzinvestitionen   4.098 3.633 +13
Vorräte 25.384 23.760 +7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   10.614 9.054 +17
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   10.981 9.936 +11
Verzinsliche Wertpapiere 10.748 8.273 +30
Übrige finanzielle Vermögenswerte   5.736 7.454 -23
Sonstige Vermögenswerte 9.499 8.209 +16
Summe Aktiva 242.988 217.166 +12
       
Passiva      
Eigenkapital 59.133 54.624 +8
Rückstellungen 26.810 26.145 +3
Finanzierungs­verbindlichkeiten   117.686 101.142 +16
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   11.567 10.548 +10
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten   12.869 12.360 +4
Sonstige Schulden 14.923 12.347 +21
Summe Passiva 242.988 217.166 +12

Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich auf insgesamt 127,4 (i. V. 112,5) Mrd. €. Der währungsbereinigte Zuwachs von 14,2 Mrd. € war insbesondere durch das gestiegene Neugeschäft bei Daimler Financial Services sowie durch den Erwerb von Athlon bedingt. Das operative Wachstum spiegelt den erfolgreichen Geschäftsverlauf insbesondere in Europa, den USA und in Asien wider. Hierbei waren insbesondere in China und weiteren asiatischen Ländern Zuwächse im Absatzfinanzierungsgeschäft zu verzeichnen. Der Anteil des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts an der Bilanzsumme lag mit 52 % auf dem Vorjahresniveau.

B.34 Bilanzstruktur Daimler Konzern

Die At-equity bewerteten Finanzinvestitionen von 4,1 (i. V. 3,6) Mrd. € umfassen vor allem die Buchwerte der Beteiligungen an Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC), There Holding B.V. (digitaler Kartenanbieter HERE), BAIC Motor Corporation Ltd. (BAIC) sowie Beijing Foton Daimler Auto­motive Co., Ltd. Der Anstieg resultierte aus dem positiven anteiligen Ergebnis und der Kapitalerhöhung an BBAC. Dem steht ein Rückgang aus der Wertminderung des Beteiligungsbuchwerts an BAIC entgegen.

Die Vorräte stiegen von 23,8 Mrd. € auf 25,4 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 10 % unter dem Vorjahreswert von 11 %. Der Anstieg war vor allem in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans bei den Fertigen und Unfertigen Erzeugnissen zu verzeichnen und ist unter anderem auf die Einführung neuer Modelle und eine höhere Variantenvielfalt zurückzuführen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 1,6 Mrd. € auf 10,6 Mrd. € an. 46 % der Forderungen entfielen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und 26 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Mrd. € auf 11,0 Mrd. € gestiegen.

Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren wurde gegenüber dem 31. Dezember 2015 von 8,3 Mrd. € auf 10,7 Mrd. € erhöht. Er beinhaltet die der Liquidität zugeordneten Schuldtitel, die im Wesentlichen auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Schuldtitel weisen in der Regel ein externes Rating von A oder besser aus.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte gingen von 7,5 Mrd. € auf 5,7 Mrd. € zurück. Sie bestehen vor allem aus derivativen Finanzinstrumenten, Eigenkapitalanteilen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstigen Beteiligungen sowie Krediten und sonstigen Forderungen an Dritte. Der Rückgang ist insbesondere auf die Einbringung der Anteile von Renault S.A. (Renault) und Nissan Motor Company Ltd. (Nissan) in das Pensions-Planvermögen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte ein Anstieg der Buchwerte bei den derivativen Finanzinstrumenten.

Die Sonstigen Vermögenswerte von 9,5 (i. V. 8,2) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern sowie Steuer­erstattungsansprüche. Der Anstieg der latenten Steuern betrifft im Wesentlichen die ergebnisneutralen Effekte aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2015 von 54,6 Mrd. € auf 59,1 Mrd. €. Das Konzernergebnis (8,8 Mrd. €) (vgl. Gewinn- und Verlustrechnung), die ergebnisneutrale Bewertung der derivativen Finanzinstrumente von 1,1 Mrd. € sowie positive Effekte aus der Währungsumrechnung von 0,7 Mrd. € haben zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt. Gegenläufig wirkten die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2015 an die Aktionäre der Daimler AG von 3,5 Mrd. € sowie die in den Gewinnrücklagen erfassten ver­sicherungsmathematischen Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen von 1,2 Mrd. €. Zudem führte die Bewertung (0,5 Mrd. €) und Einbringung der Anteile an Renault und Nissan in das Pensions-Planvermögen (0,6 Mrd. €) zu einem Rückgang der Rücklage der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte. Das den Aktionären zustehende Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2016 auf 58,0 (i. V. 53,6) Mrd. €.

Im Verhältnis zum Anstieg der Bilanzsumme von 12 % stieg das Eigenkapital mit 8 % unterproportional. Infolge der oben genannten Effekte lag die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 22,9 % unter dem Niveau des Vorjahres (23,6 %); für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 44,7 (i. V. 44,2) %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Eigen­kapitalquoten 2015 und 2016 um die tatsächliche beziehungsweise vorgeschlagene Dividendenzahlung bereinigt sind.

Die Rückstellungen sind von 26,1 Mrd. € auf 26,8 Mrd. € gestiegen; der Anteil an der Bilanzsumme lag mit 11 (i. V. 12) % unter dem Vorjahresniveau. Sie umfassen insbesondere die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 9,0 (i. V. 8,7) Mrd. €, die im Wesentlichen die Differenz aus dem Barwert der Pensionsverpflichtungen von 31,2 (i. V. 27,6) Mrd. € und dem Marktwert der Fondsvermögen zur Finanzierung dieser Verpflichtungen von 23,4 (i. V. 20,2) Mrd. € enthalten. Der Rückgang der Abzinsungsfaktoren vor allem für die inländischen Pläne von 2,6 % zum 31. Dezember 2015 auf 1,9 % zum 31. Dezember 2016 führte zu einem Anstieg des Barwerts der Pensionsverpflichtungen. Die Einbringung der Anteile an Renault und Nissan in das Pensions-Planvermögen erhöhte den Marktwert des Fondsvermögens um 1,8 Mrd. €. Ferner trug die positive Entwicklung des Vermögens mit 1,6 Mrd. € zu einem Anstieg des Pensions-Planvermögens bei. Darüber hinaus beinhalten die Rückstellungen die Verpflichtungen für Ertragsteuern von 1,7 (i. V. 1,7) Mrd. € sowie für Produktgarantien von 6,1 (i. V. 5,7) Mrd. €, für den Personal- und Sozialbereich von 4,3 (i. V. 4,4) Mrd. € und für übrige Rückstellungen von 5,7 (i. V. 5,8) Mrd. €.

Die Finanzierungsverbindlichkeiten lagen mit 117,7 Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres (101,1 Mrd. €). Der währungsbereinigte Anstieg von 15,4 Mrd. € ist im Wesentlichen auf die Refinanzierung des wachsenden Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts sowie den zusätzlichen Bedarf im Zusammenhang mit dem Erwerb von Athlon zurückzuführen. Von den Finanzierungsverbindlichkeiten entfallen 54 % auf Anleihen, 25 % auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 10 % auf Einlagen aus dem Direktbankgeschäft sowie 9 % auf Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahreswert aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens auf 11,6 (i. V. 10,5) Mrd. € erhöht. 64 % der Verbindlichkeiten entfallen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und 21 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen bei 12,9 (i. V. 12,4) Mrd. €. Sie umfassen vor allem die Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten, Restwertgarantien, Zinsabgrenzungen auf Finanzierungsverbindlichkeiten, erhaltene Kautionen sowie Verbindlichkeiten aus der Personal­abrechnung.

Die Sonstigen Schulden von 14,9 (i. V. 12,3) Mrd. € beinhalten hauptsächlich Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerver­bindlichkeiten und latente Steuern. Der Anstieg resultierte insbesondere aus um jeweils 1,3 Mrd. € höheren latenten Steuern und höheren Rechnungs­abgrenzungsposten, die auf ein gestiegenes Volumen von Umsätzen aus mehrjährigen Service- und Wartungsverträgen zurückzuführen sind.

Weitergehende Informationen zu den bilanzierten Vermögenswerten, dem Eigenkapital und den Schulden des Konzerns können der Konzernbilanz, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals sowie den jeweiligen Erläuterungen im Konzernanhang entnommen werden.

Zurück
Daimler AG
Rating