Geschäftsbericht 2016

Weltwirtschaft

Im Berichtsjahr erzielte die Weltwirtschaft mit einem realen Zuwachs von rund 2,5 % das geringste Wachstum seit der Finanzkrise im Jahr 2009. (Vgl. Abbildung B.05) Ursächlich hierfür war nicht nur die wie schon im Vorjahr weiterhin enttäuschende konjunkturelle Entwicklung in den Schwellenländern, sondern auch eine merkliche Verlangsamung der Wachstumsdynamik in den Industrieländern. Als besonderer Belastungsfaktor erwiesen sich die mit geopolitischen Entwicklungen verbundenen Unsicherheiten, sei es der Ausgang des britischen Referendums, der Putschversuch in der Türkei oder die anhaltenden Konflikte in Syrien und der Ukraine. Nach dem schwächsten Jahresstart seit Jahrzehnten konnten sich die globalen Aktienmärkte im weiteren Jahresverlauf bei ausgeprägten Volatilitäten erholen. Auch bei den Rohstoffpreisen zeigte sich nach einem zunächst weiter fallenden Trend wieder ein leichter Anstieg.

In dem insgesamt recht angespannten weltwirtschaftlichen Umfeld konnten die Volkswirtschaften der Industrieländer mit einem Wachstum von rund 1,5 % nicht an die Dynamik des Vorjahres anschließen (2,2 %). Dies gilt auch für die US-Wirtschaft, die mit einem gesamtwirtschaftlichen Plus von 1,6 % merklich unter den Zuwachsraten der Vorjahre blieb. Dabei war der private Konsum noch relativ solide, während die Unternehmensinvestitionen stagnierten. Die japanische Wirtschaft hat nach letzten Schätzungen mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von knapp 1 % kaum zum globalen Wachstum beigetragen.

Innerhalb der Industrieländer konnte sich nur die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion mit rund 1,5 % BIP-Wachstum ihrem Potenzial entsprechend entwickeln und zeigte damit trotz anhaltender politischer Risiken ein hohes Maß an Widerstandsfähigkeit. Bei weiterhin ungewöhnlich niedrigen Inflationsraten und einer nur zögerlichen Erholung der Kreditaktivitäten unterstützte die Europäische Zentralbank dabei allerdings die konjunkturelle Entwicklung, indem sie ihre schon vorher sehr expansiven Maßnahmen nochmals ausweitete. Die deutsche Volkswirtschaft konnte mit einem Plus von 1,9 % erneut ein recht erfolgreiches Jahr verbuchen. Auch wenn sich in der zweiten Jahreshälfte bereits Auswirkungen des Brexit-Referendums negativ bemerkbar machten, war die Wachstumsrate des BIP im Vereinigten Königreich mit rund 2 % insgesamt noch solide.

Enttäuschend war einmal mehr die konjunkturelle Entwicklung der Schwellenländer, die mit rund 3,5 % nur unwesentlich schneller wuchsen als im Jahr der Finanzkrise. Vor allem die sehr ungünstige Verfassung der Wirtschaft in Südamerika, Russland sowie dem Nahen und Mittleren Osten war dafür ausschlaggebend. Auch wenn sich die Rohstoffpreise im Jahresverlauf leicht erholten, litten die rohstoffexportierenden Volkswirtschaften unter dem weiterhin niedrigen Preisniveau. Im Gegensatz dazu bewahrheiteten sich die gerade zum Jahresanfang noch deutlich geäußerten Befürchtungen bezüglich der chinesischen Wirtschaft nicht, im Gegenteil: unterstützt durch fiskalische und geldpolitische Maßnahmen verbesserte sich die Wirtschaftslage, und es stellte sich ein robustes Wachstum von 6,7 % ein.

In diesem teilweise sehr schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld waren die Wechselkurse erneut sehr volatil. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 1,03 und 1,16. Zum Jahresende war der Euro mit 1,05 allerdings nur geringfügig schwächer als zum Jahresende 2015 (1,09). Deutlich größer war die Schwankungsbreite des japanischen Yens gegenüber dem Euro mit einem Korridor von 111 bis 133. Hier lag der Wert des Euros gegenüber dem Yen zum Jahresende rund 6 % unter dem Vorjahresniveau. Durch das Votum der britischen Bevölkerung für einen Austritt aus der Europäischen Union kam das britische Pfund unter erheblichen Abwertungsdruck und verlor bis zum Jahresende gegenüber dem Euro etwa 14 %. Im Gegensatz zum Vorjahr gewannen Währungen wie der brasilianische Real oder der russische Rubel im Vergleich zum Euro rund 25 %.

B.05 Wirtschaftswachstum

 

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